Logo-Redesign: Neues Logo, ohne alles alte wegzuwerfen
Mit KI erstelltDer schwierige Teil eines Redesigns ist nicht das neue Logo, sondern seine Einführung. Bei Betrieben mit Verpackungen, Etiketten oder Beschriftungen entscheidet der Ausrollplan über die Kosten. Zwei Wege sind üblich: schrittweise beim Nachbestellen, oder alles vorbereiten und zu einem Stichtag umstellen.
Grundlage dieses Beitrags sind die Erfahrungen aus zwölf Jahren Agenturarbeit mit Festpreisen in der Schweiz, die Sabine bei EsWirkt! begleitet hat. Stand: September 2026.
Das Wichtigste in Kürze
- Der Anstoss kommt fast immer aus dem Betrieb selbst: Neuausrichtung, Wachstum, Wechsel in der Führung.
- Zwei Wege stehen offen — kompletter Neuaufbau oder behutsamer Feinschliff. Die Wahl hat Folgen für Kosten und Wiedererkennung.
- Der Übergang ist der eigentliche Aufwand, nicht die Gestaltung.
- Ein Redesign ist nicht günstiger als ein neues Logo. Vom Aufwand her entspricht es einer kompletten Neugestaltung des Auftritts.
- Gerechnet wird in Monaten, nebenher im laufenden Betrieb. Zeitdruck ist dabei die Ausnahme.
Was löst ein Redesign meistens aus?
Fast immer ein Impuls aus dem Betrieb selbst: eine Neuausrichtung, ein Wechsel in der Geschäftsführung, oder schlicht das Gefühl, dass das Bestehende nicht mehr trägt. Bei kleinen und mittleren Betrieben geht der Anstoss in aller Regel von der Geschäftsführung aus, nicht von aussen.
Ein Muster wiederholt sich dabei besonders oft. Am Anfang wurde wenig Wert auf den Auftritt gelegt — verständlich, weil anderes wichtiger war. Der Betrieb wächst, und irgendwann ist zum ersten Mal Zeit und Musse da, sich um genau dieses Thema zu kümmern. Der Wunsch lautet dann nicht «wir brauchen ein Logo», sondern «jetzt machen wir das mal richtig».
Der zeitliche Abstand spielt ebenfalls eine Rolle. Viele Betriebe sind in den Neunzigern oder Zweitausendern gestartet. Standards, Techniken und Möglichkeiten im Design haben sich seither erheblich verändert, und was damals gut gemacht war, wirkt heute oft schlicht aus der Zeit gefallen. Ein Beispiel aus der Praxis: Ein Händler für Befestigungstechnik aus der Bodenseeregion hatte sein Design aus den Achtziger- und Neunzigerjahren lange mitgezogen, weil nie Zeit dafür war. Irgendwann kam der Entschluss, etwas komplett Neues zu machen.
Kompletter Neuaufbau oder Feinschliff?
Zwei Wege stehen offen, und die Wahl entscheidet über fast alles Weitere. Beim Neuaufbau wird von vorne begonnen, mit allem, was daran hängt. Beim Feinschliff bleibt das Zeichen erkennbar und wird modernisiert — andere Proportionen, klarere Formen, eine zeitgemässe Farbwelt.
Ausschlaggebend ist, wie stark das bestehende Zeichen verankert ist. Steckt ein Logo seit Jahren auf tausenden Verpackungen, hängt an Fahrzeugen und ist bei Stammkunden fest im Kopf, ist Vorsicht angebracht. Dann wird bei EsWirkt! zum Feinschliff geraten, weil ein radikaler Bruch Wiedererkennung kostet, die über Jahre entstanden ist.
Die Entscheidung trifft trotzdem der Betrieb. Beraten heisst erklären, welche Folgen ein Weg hat — nicht, dem Kunden die Entscheidung abzunehmen. Wer nach dieser Beratung trotzdem einen kompletten Neuaufbau will, bekommt ihn. Ein Auftrag wurde aus diesem Grund noch nie abgelehnt, denn es findet sich immer eine Lösung. Die Frage ist nur, welchen Weg man geht.
Am Anfang eines Redesigns steht deshalb dasselbe wie bei einem neuen Logo: ein Gespräch darüber, wo der Betrieb heute steht, was sich verändert hat und wohin es gehen soll. Wie dieser Ablauf im Einzelnen aussieht, steht im Beitrag Logo erstellen lassen.
Was passiert mit allem, was schon gedruckt ist?
Zuerst wird geprüft, wo das Logo überhaupt überall auftaucht. Website, Social-Media-Profile, Signaturen und Visitenkarten sind schnell gewechselt. Drucksachen wie Flyer und Broschüren ebenfalls, sobald der Vorrat aufgebraucht ist. Diese Seite ist selten das Problem.
Teuer wird es bei Produktverpackungen, Etiketten und Beschriftungen. Die werden nicht wöchentlich nachbestellt, sondern in grossen Chargen, und Restbestände wirft niemand einfach weg. Genau hier entscheidet sich, ob ein Redesign teuer wird oder nicht. Wenn du nicht sicher bist, wie viel bei dir tatsächlich im Umlauf ist: Schilder kurz deine Ausgangslage, und du bekommst innert zwei Arbeitstagen eine Einschätzung dazu, welcher Weg günstiger kommt.
Zwei Vorgehen haben sich bewährt:
- Schrittweise beim Nachbestellen. Sobald eine Charge zur Neige geht, wird die neue Fassung produziert. Etwa bei Etiketten, die ohnehin regelmässig nachbestellt werden. Der Betrieb zahlt keinen einzigen Franken für Material, das er wegwirft — dafür laufen alt und neu eine Zeit lang parallel.
- Alles vorbereiten, dann Stichtag. Sämtliche Anwendungen werden im Hintergrund gebaut und zu einem festgelegten Zeitpunkt gemeinsam umgestellt. Der Auftritt wirkt von einem Tag auf den anderen einheitlich — dafür bleiben Restbestände liegen.
Welcher Weg passt, hängt am Betrieb: wie viel Material im Umlauf ist, wie teuer eine Charge ist, und wie wichtig ein einheitliches Bild nach aussen gerade ist. Bei hochpreisigen Verpackungen wie Weinetiketten fällt die Antwort anders aus als bei einem Dienstleister, dessen Logo vor allem digital auftaucht.
Dass beide Fassungen eine Zeit lang parallel laufen, ist verkraftbar. Solange die Handschrift erkennbar bleibt, entsteht daraus selten ein Problem — und der schrittweise Weg spart Material, das sonst im Container landet.

Wie lange dauert ein Redesign?
Mehrere Monate, gerechnet vom ersten Gespräch bis zur letzten umgestellten Anwendung. Das heisst nicht, dass in dieser Zeit täglich daran gearbeitet wird. Der Umbau läuft im normalen Betrieb nebenher, nach Prioritäten und im Tempo des Betriebs.
Die Reihenfolge ist dabei fast immer dieselbe:
- Das Logo — es steht am Anfang, weil alles Weitere sich daraus ableitet.
- Das Corporate Design — Farben, Schriften, Grundregeln.
- Die Designelemente — die wiederkehrenden Bausteine für Drucksachen und Web.
- Die schnellen Anwendungen — Visitenkarten, Signaturen, QR-Codes, Drucksachen.
- Website und Vorlagen — entweder als Umsetzung, oder als Vorlagen und Gestaltungsleitfaden, wenn ein anderer Anbieter die Seite betreut.
- Die langsamen Anwendungen — Verpackungen, Etiketten, Beschriftungen, nach dem gewählten Ausrollplan.
Zeitdruck ist bei einem Redesign die Ausnahme. In der Praxis von EsWirkt! ist noch kein Betrieb mit einem Redesign unter Termindruck gekommen — anders als bei Messen oder Produktstarts. Was sonst noch zum Auftritt gehört, steht im Beitrag Corporate Design für KMU.
Ist ein Redesign günstiger als ein neues Logo?
Nein, und das überrascht die meisten. Vom Aufwand her entspricht ein Redesign einer kompletten Neugestaltung des Auftritts. Der Grund liegt nicht beim Logo selbst, sondern bei allem, was daran hängt.
Nicht die Gestaltung dauert, sondern die Anwendungen. Aus einem neuen Zeichen folgt ein neues Corporate Design, und daraus folgen Visitenkarten, Broschüren, Flyer, Etiketten, Beschriftungen und die Website. Je mehr davon vorhanden ist, desto grösser der Umfang — und ein gewachsener Betrieb hat mehr davon als ein Startbetrieb.
Der Prozess ist derselbe wie bei einer Neugestaltung, inklusive des Gesprächs vorab. Wo der Betrieb steht, was sich verändert hat, wohin es gehen soll: Das muss auch dann geklärt werden, wenn ein Logo bereits existiert. Unterschiedlich ist nur die Herangehensweise, nicht der Aufwand.
Wie tiefgreifend die Veränderung ausfällt, entscheidet am Ende der Betrieb selbst — und damit auch, wie gross das Projekt wird.
Passt EsWirkt! zu deinem Redesign?
Gut aufgehoben sind kleine und mittlere Betriebe in der Deutschschweiz, die gewachsen sind und deren Auftritt nicht mitgewachsen ist. Also genau die Ausgangslage, in der ein Logo noch aus der Anfangszeit stammt, der Betrieb heute aber ein anderer ist.
Ein zweites Beispiel aus der Praxis: Ein Onlineshop für Samen und Pflanzenzubehör aus der Region Zürich baute über die Jahre sein Sortiment und den Shop aus. Der Wunsch war ein moderner Auftritt, der den Betrieb trotzdem weiterhin widerspiegelt — kein Bruch, sondern eine Weiterentwicklung.
Bei Markenarchitektur über mehrere Produktlinien ist ein anderes Team im Vorteil. Wer Namensfindung mit rechtlicher Prüfung, Positionierungsstudien und Markenstrategie über mehrere Marken braucht, ist dort besser aufgehoben — mit entsprechenden Budgets und Abläufen. Das ist keine Frage des Könnens, sondern der Ausrichtung.
Und wer nur das Logo etwas frischer haben möchte, ohne den Rest anzufassen, sollte das sagen. Dann wird der Umfang entsprechend klein gehalten, statt ein Projekt daraus zu machen.
Redesign und Auftritt bei EsWirkt!
EsWirkt! aus Neukirch TG begleitet kleine und mittlere Betriebe in der Deutschschweiz beim Redesign von Logo und Corporate Design — vom ersten Gespräch bis zum Ausrollplan für Verpackungen und Beschriftungen. Schilder kurz, was bei dir im Umlauf ist, und du bekommst innert zwei Arbeitstagen eine Einschätzung zu Umfang und Vorgehen. Mehr zur Leistung unter Logo & Branding.
Häufige Fragen
Woran merke ich, dass ein Redesign fällig ist?
Meist am eigenen Empfinden, dass der Auftritt nicht mehr zum Betrieb passt — nach einer Neuausrichtung, einem Wechsel in der Führung oder einer Wachstumsphase. Das Alter allein ist kein Grund: Ein Logo, das trägt, darf alt sein.
Muss ich alles auf einmal umstellen?
Nein. Üblich sind zwei Wege: schrittweise beim Nachbestellen von Etiketten und Verpackungen, oder alles vorbereiten und zu einem Stichtag gemeinsam umstellen. Welcher Weg passt, hängt davon ab, wie viel Material im Umlauf ist.
Was passiert mit Restbeständen?
Beim schrittweisen Vorgehen werden sie aufgebraucht, neue Chargen kommen in der neuen Fassung. Beim Stichtag-Vorgehen bleiben sie liegen. Deshalb lohnt es sich, den Ausrollplan festzulegen, bevor die Gestaltung beginnt.
Können wir mit dem Logo anfangen und den Rest später machen?
Ja, so läuft es meistens. Das Logo steht am Anfang, weil sich alles Weitere daraus ableitet. Danach wird nach Prioritäten und im Tempo des Betriebs weitergearbeitet — die langsamen Anwendungen wie Verpackungen kommen ohnehin zuletzt.
Erkennen meine Stammkunden den Betrieb noch?
Wenn das bestehende Zeichen stark verankert ist, wird zum Feinschliff geraten statt zum Neuaufbau. Dann bleibt die Handschrift erkennbar, und die Wiedererkennung geht nicht verloren. Die Entscheidung darüber trifft der Betrieb.
Wie lange dauert das Ganze?
Mehrere Monate vom ersten Gespräch bis zur letzten umgestellten Anwendung, nebenher im laufenden Betrieb. Zeitdruck ist bei einem Redesign die Ausnahme, weil selten ein fester Termin daran hängt.
Über die Autorin: Sabine ist Teil von EsWirkt! aus Neukirch TG. Ihr Schwerpunkt liegt auf Marketing und Vertrieb: Sie kommt aus dem Direktvertrieb, war in der Callcenter- und E-Commerce-Leitung tätig und hat Existenzgründer zu Marketing und Vertrieb beraten, bevor sie sich 2014 in der Schweiz selbstständig gemacht hat.

